Kirchgemeinde Bannewitz

Wort zum Monat

Liebe Leserin, lieber Leser,  

seit der Antike faszinieren Labyrinthe und Irrgärten als spielerische Rätsel. Und es gibt sie schon lange auch in Klostergärten und Kirchen. Ein christliches Labyrinth ist kein Irrgarten. Denn bei ihm gibt es keine Sackgassen. Wer sich auf den Weg macht, kommt zur Mitte – äußerlich und innerlich; allerdings nicht auf der kürzesten Strecke. Der Weg im Labyrinth hat einen Anfang und ein Ziel. Es ist ein langer Weg zur Mitte, der manchmal zu überraschenden Wendungen führt. Ich muss umkehren, um näher ans Ziel zu kommen. Dann sieht es so aus, als würde ich mich wieder von der Mitte entfernen. Manchmal habe ich den Eindruck, als wäre ich schon sehr nah an der Mitte. Und im nächsten Augenblick führt mich der Weg wieder in die Nähe des Ausgangspunktes. Doch wenn ich vertrauensvoll weitergehe, komme ich dem Ziel näher und werde es erreichen.

Der Weg im Labyrinth steht für den Lebens- und Glaubensweg eines Menschen, für einzelne Lebensabschnitte, für den Weg in die eigene innere Mitte, für den Weg zu Gott.

So lädt uns das Labyrinth ein:

Komm zur Mitte und lass dich verändern.
Jesus Christus ist der Freund der Wanderer in allen Lebenslagen.
Er bleibt solidarisch
in Leid und Freude,
in Nähe und Ferne.
Er ist Anfang und Ende jeden Weges.
Er ist ein unablässig Wartender in der Mitte des Labyrinths.    

Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. (Joh 14,6)

Pfarrer Dr. Wolf-Jürgen Grabner, Leubnitz-Neuostra