Kirchgemeinde Bannewitz

Wort zum Monat

Playmobilfigur LutherLiebe Leserinnen und Leser,

Martin Luther ist in diesem Jahr in aller Munde. Man findet ihn überall: auf Kaffeebechern, Bierdeckeln, Taschen, als Kunst und Kitsch.

Luther wollte keine Verherrlichung seiner Person, sondern er wollte Gottes Herrlichkeit und Barmherzigkeit preisen. Wie viele Menschen seiner Zeit lebte er in großer Angst vor dem strafenden Gott. Er wusste: Keinem Mensch gelingt es, immer nach den Geboten Gottes zu leben. Muss der gerechte Gott nicht alle Menschen  bestrafen?

Über Gott denken wir heute anders. Aber Angst kennen wir auch. Angst, nicht mithalten zu können im Vergleich mit anderen; Angst, die gestellten Anforderungen nicht erfüllen zu können; Angst vor einer ungewissen Zukunft, die wir nicht in der Hand haben.

Auch den Gedanken, dass man sich alles im Leben verdient, kennen wir: Unsere Gesundheit und unser Glück ist Folge unserer bewussten Lebensgestaltung. So heißt es und so stimmt es auch – teilweise. Manchmal stehen wir vor einem Scherbenhaufen und fragen uns: Womit habe ich das verdient? Eigentlich müssten wir so auch im großen Glück fragen.

Martin Luther machte beim Bibelstudium eine Entdeckung, die aus dem Hamsterrad von Leistung und Verdienst hinausführt: Der große heilige Gott ist unverfügbar und unbegreiflich. Er ist jenseits unserer Vorstellungen von Lohn und Strafe. Doch er macht sich sichtbar in Jesus Christus. Durch IHN bietet er uns eine Beziehung an, die uns herausnimmt aus aller Bewertung. Es ist eine Beziehung der Liebe. Hier ist nichts zu verdienen. Hier wird beschenkt. „Ohn all mein Verdienst und Würdigkeit“, sagt Martin Luther.

Was könnte das für mein Leben, für Ihr Leben bedeuten?

Ich freue mich, wenn Sie mir Ihre Gedanken dazu sagen oder schreiben!

Herzlich grüßt

Ihre/Eure Pfarrerin

Elisabeth Bellmann