Kirchgemeinde Bannewitz

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„Die Bibel“ (Seminar)

Mit Pfarrerin E. Bellmann

Die Bibel, das „Buch der Bücher“, ist Grundlage unseres christlichen Glaubens und doch auch für Christen manchmal „ein Buch mit sieben Siegeln“. Das Seminar informiert über Aufbau und Entstehung der Bibel und vermittelt zeitgeschichtliches Hintergrundwissen. Es gibt Anregungen zum Lesen und lässt Zeit für Fragen der Teilnehmer. Da die Abende aufeinander aufbauen, ist eine verbindliche Teilnahme an allen drei Abenden erwünscht.

Anmeldungen: über E-Mail oder Telefon im Pfarramt.

Zeit: Montag, 13., 20. und 27. November, jeweils 20.00 bis 21.30 Uhr

Ort: in der Kirche Bannewitz

Gottesdienst im Pflegeheim „Florence“

Nach dem Eröffnungsgottesdienst im Mai 2016 laden wir monatlich zu Gottesdiensten im Pflegeheim ein. Gern können daran auch andere teilnehmen. In größeren Abständen soll es Gottesdienste gemeinsam mit den Angehörigen der Bewohner geben. Außerdem freuen sich die Bewohner über Besuch aus der Kirchgemeinde!

Auskünfte erteilt Pfarrerin Bellmann

Termine:

28. September, Donnerstag, 10 Uhr

26. Oktober, Donnerstag, 10 Uhr

23. November, Donnerstag, 10 Uhr

Adventsbasar

Um freundliche Unterstützung wird gebeten! Geschmackvolle Kleinigkeiten, wie selbst gebackene Plätzchen, leckere selbst gemachte Konfitüre, konservierte Blüten, gebastelte Faltengel und ähnlich schöne Dinge werden zum Basar gesucht und sollen zur Freude aller am 1. Advent nach dem Gottesdienst  bis 13 .00 Uhr zum Basar angeboten werden. Der Erlös soll helfen, Not an einem konkreten Ort zu lindern.

Annahme am Samstag, 2.12. in der Zeit von 9 bis 11 Uhr im Gemeinderaum

Infos über Bettina Hubald (0351-4018196)

Kurzfilme in der Kapelle

21. Dezember 2017, 20.00 Uhr

Friedenskapelle Kleinnaundorf
(Saarstraße 1, 01705 Freital)

Der Kurzfilmtag 2017 steht unter dem Motto „Nebenan“. Präsentiert wird eine unterhaltsame Auswahl an Kurzfilmen von einer bis max. 15 Minuten: Animationen, Dokumentarfilme, Spielfilme und Mischformen.

Predigt zu einem Bild - "Gesichter der Bibel"

Predigt in Bannewitz - am 17.September 2017

(zum Ende einer Ausstellung meiner “biblischen Gesichter”)

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Text: Lukas 19, 1-10

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   Liebe Schwestern und Brüder ,

   es hat mich immer etwas schmeichelhaft
   berührt, wenn ich bei Ihnen in
   Bannewitz als “jugendlicher Rentner“
   einen Gottesdienst zu halten
   eingeladen wurde. Dass ich nun bei
   Ihnen als ganz alter Rentner in
   den letzten Wochen auch noch von mir
   gemalte Bilder zeigen durfte
   - nicht irgendwelche, sondern solche,
   die in meiner Auseinandersetzung
   mit biblischen Personen entstanden
   sind, - war mir eine besondere Freude.

   Die Bilder sind mir manchmal parallel
   zur Vorbereitung einer Predigt
   eingefallen. Und da ich als Ruheständler etwas mehr Zeit habe,
   versuchte ich,  sie auch zu malen. Meist traten mir Gesichter aus
   meiner eigenen Welt vor Augen und die wurden irgendwie transparent
   für Gestalten aus der Bibel. Indem ich sie malte, holte ich also etwas,
   was  aus biblischer Zeit herüber winkt, in unsere Gegenwart. Das ist
   gewiss mal mehr, mal weniger gelungen.

   Eigentlich ist es ja die Aufgabe jedes Predigers, von den alten
   Geschichten und Botschaften aus der Bibel so zu reden, als wären sie
   aktuell und würden uns auch heute noch ganz unmittelbar angehen.
   Auch das gelingt mal mehr, mal weniger.

   Warum aber habe ich mich in einigen Fällen nicht auf das Wort,
das ja nicht erst seit Luther das vorrangige Medium unseres Glaubens ist, beschränkt ? Warum habe ich auch noch zum
Stift und zum Pinsel gegriffen, um die alten Botschaften in unsere Zeit zu holen ? Warum habe ich überhaupt mein Leben lang versucht, Dinge, die mir wichtig waren, auf Papier oder Leinwand festzuhalten ? Gibt es denn nicht schon genug Bilder ? Ist es nicht sinnlos, in der
Bilderflut, die uns heute überspült, noch neue zu produzieren ? Gibt es nicht schon viel zu viele Maler, deren Bilder kaum noch zur Kenntnis genommen werden, als dass man da als Pfarrer noch zu malen anfangen müsste ? Mit einem bloss hobbymäßigen Drang nach etwas Kreativität allein kann ich das nicht erklären.

Es klingt vielleicht absurd: Aber ich glaube, ich male gegen die Flut der Bilder. Als Tourist z.B. fühle ich mich überfordert, ja manchmal fast vergewaltigt, wenn ich von einem architektonischen Highlight zum anderen geschleppt werde, von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten, um sie schnell mal per Knopfdruck mit dem Fotoapparat einzufangen. Habe ich nicht schon tausende Fotos gespeichert, die ich mir kaum einmal ansehe ? Mich überkommt, wenn ich irgendwo unterwegs bin, wo es viel zu sehen gibt, unweigerlich das Bedürfnis,  wenigstens an der einen oder anderen Stelle stehen zu bleiben und genauer hinzusehen. Und das gelingt mir am besten mit dem Stift. So stand ich wiederholt vor der Westfassade einer französischen Kathedrale, und versuchte, Strich für Strich durchzubuchstabieren, was deren Schöpfer einst durch den Kopf gegangen sein muss, als sie den Menschen eine Himmelspforte vor Augen führen wollten. Wenn ich zeichne oder male, möchte ich für mich etwas vor der Schnelllebigkeit des Eindrucks bewahren.

Nun stellte ich auch als Pfarrer irgendwann fest, wie kurzlebig das war, was ich am Sonntag der Gemeinde verkündigt hatte. Schon wenige Tage später, war es sogar mir - dem Prediger - entfallen. Wie sollte es erst dem bloßen Zuhörer gegangen sein ? Sind Predigten oft einfach nur Schall und Rauch ? Ich versuchte dem entgegenzusteuern, indem ich neben die schnelle Predigt den viel langsameren Prozess des Malens gesetzt habe. Und dabei kamen mir dann Gedanken, auf die ich sonst vielleicht nie gekommen wäre und die sich bei mir auch viel tiefer eingruben als das schnell einmal Gesagte.

Ob das alles etwas mit Kunst zu tun hat, weiß ich nicht. Kunst verfolgt wohl meist noch ganz andere Ziele, als etwas gegen die Flut von Worten und Bildern zu setzen. Ganz selten springt sie heute noch auf schon bestehende Geschichten, um sie näher an uns heran zu holen. Illustrationen sind aus der Mode gekommen. Kunst will meist etwas ganz Neues in die Welt setzen, gleichsam dem Schöpfer Konkurrenz machen. Solche Ansprüche sind mir fremd. Näher ist mir da schon, was die alten Meister mit einer “Biblia pauperum” im Sinn hatten, die den Armen, die nicht lesen konnten, die biblische Botschaft erschließen wollten. Sie vertrauten darauf, mit ihren Bildern Glaubensinhalte erschließen zu können.

Nun sind die wenigsten von uns heute ganz arm, und lesen können Sie alle. Vielleicht ist Ihnen dennoch beim Betrachten meiner Bilder der eine oder andere Impuls gegeben worden. Der wunderbare Gottesdienst am vorigen Sonntag hier in Bannewitz schien mir das bestätigt zu haben. Wenn das nicht der Fallwar, dann gelingt das vielleicht, wenn wir uns jetzt in eins der 17 hier ausgestellten Bilder hineindenken -  in das Gesicht des Zachäus. Aber zuerst wollen wir uns die Geschichte anhören, die diesem zugrunde liegt:

 

Lesen Lukas 19,  1- 10

 

Diese lebendige Geschichte war nicht nur ein Lieblingsthema von Predigern wie Erasmus von Rotterdam und seinem Gegenpol Martin Luther, sondern auch von Liedermachern und Künstlern. Man findet Zachäus auf altchristlichen Sarkophagen, in den mittelalterlichen Evangeliaren oder auf großen Fresken. Aber ich habe versucht, Zachäus einmal nicht als den kleinwüchsigen Mann mit Turban - auf einem Baume sitzend - darzustellen, wie er uns auch aus diversen Kinderbibeln vertraut ist. Bei mir hat er das typische, ganz und gar Ernst zu nehmende Gesicht eines Angestellten oder Beamten, so wie es uns in einer Bank begegnet oder im Büro einer Krankenkasse oder in irgendeiner Beratungsstelle. Aber der von mir gemalte Zachäus blickt nicht aus dem großen Glasfenster eines modernen Büros, sondern irgendwo hinten heraus aus einem kleinen Fenster, wo er hinter den Ästen eines Baumes möglichst ganz unauffällig bleiben möchte. Die Fensterscheibe ist defekt. Ihre Scherben stehen für das, was womöglich in seinem eigenen Leben kaputt ist oder nicht stimmt. Vielleicht füllt ihn sein Beruf nicht aus ? Vielleicht hat er sein Unbefriedigtsein an diesem mit ein paar unkorrekten Vorgängen kompensiert, mit ein paar unentdeckten Unterschlagungen, mit denen er wenigstens sein Konto aufgebessert konnte ? Da ist heute manches denkbar.

Aber wie auch immer: Zachäus ist auch bei mir der Typ eines Menschen, der es für klug hält, immer schön auf Distanz zu bleiben. Oft wird diese Zachäische Distanz als Ausdruck von “Arroganz” interpretiert. Aber so einfach ist das nicht. Ich glaube, dass es dabei eher um eine Art von Scheu geht. Und die Abneigung gegenüber der vorüberströmenden Masse mit ihren Parolen und Bannern hat sicher auch etwas mit dem unruhigen Gefühl zu tun, dass die Wahrheit zu zerbrechlich ist, als dass sie auf den Straßen skandiert werden dürfte. Und wenn es um die Wahrheit des eigenen Lebens geht, die ja immer auch mit Schuld verknüpft ist, mit der sollte man lieber vorsichtig im Hinterhalt bleiben. Viele Menschen suchen sich ihren Platz “am Rande” gar nicht eigenwillig aus. Ihnen legt sich  - ähnlich wie bei Zachäus -Zurückhaltung einfach nahe, weil vor ihrer eigenen Tür noch nicht gekehrt ist, wissend oder wenigstens ahnend, dass sie in ihrem eigenen Leben noch manches zu ändern haben.

Aber nun ist Zachäus, der klug auf Distanz bleibt, auch ein Neugieriger. Denn draußen auf der Straße vor seinem Haus geschieht etwas, was auch auf ihn eine Anziehungskraft ausübt. Auch in Zachäus, der sich weithin in den Routinen seines beruflichen Alltags einigelt und da so sein Ding macht, verbirgt sich eine Sehnsucht nach mehr, vielleicht ein Durst nach etwas Geistigem, auch wenn er dies Verlangen äußerlich nicht zu erkennen gibt. So ist Zachäus auch keiner von denen, die im Vordergrund dem lauten Mainstream folgen. Aber er weiß, dass da die Menge zusammengelaufen ist, weil Jesus in der Stadt ist. Und selbst als von vielen gemiedener Zollbeamter hat er davon gehört, dass dieser Jesus allen Menschen die Botschaft vom Reich Gottes  ans Herz lege, dass er keinen ausschließe, auch den nicht, der wie er an anderen schuldig geworden ist. Durch Jesus, so ahnt er, könnte sich auch ihm eine neue Lebensmöglichkeit erschließen, ein Leben, in dem sich nicht mehr wie im Dunkeln gut munkeln und mogeln lässt, sondern eins, das im Licht der Wahrheit steht.

Es ist gut, dass ein Mensch wie Zachäus nicht das Gefühl dafür verloren hat, wie wichtig jener Augenblick ist, in dem das Leben von etwas Wesentlichem gestreift wird. Jesus hat auch für ihn, der im Verborgenen bleibt, eine große Anziehungskraft.

Auf meinem Bild sieht man Jesus nicht, sondern nur ein paar Typen, die ihm lautstark zujubeln. Wir heute können alle Jesus nicht mehr sehen, wohl aber kennen wir nicht wenige Menschen vom Schlage eines Zachäus. Und da wir als Christen versuchen, Jesu bedingungslose Zuwendung zu den Menschen in unsere heutige Welt hinein zu verlängern, sollten wir vielleicht mehr als bisher auf die vielen auf Distanz bleibenden, aber doch neugierig-interessierten Zachäus-Menschen zugehen. Sie stehen am Rande, jedenfalls hinter den sichtbaren Grenzen der Kirchen, in einer Zone von Fragen und Zweifeln. Man könnte auch sagen: sie befinden sich in jener seltsamen Landschaft zwischen den zwei abgeschotteten Lagern derer, die sich “im Klaren“ sind und offensichtlich keine Fragen mehr haben. Das sind die selbstsicheren Gläubigen auf der einen und die selbstsicheren Atheisten auf der anderen Seite.

Menschen wie Zachäus ansprechen können aber gewiss nicht diejenigen, die selbst keine Fragen mehr haben und sich in einer jubelnden Menge sicher und am wohlsten fühlen. An einer Wand hatte ich einmal ein Plakat mit der Inschrift “Jesus ist die Antwort” hängen sehen. Darunter hatte einer geschmiert: “Aber wie war doch gleich die Frage”? Antworten ohne Fragen - ist das vielleicht das Problem, das uns Christen heute oft zu einer kleinen Schar verkümmern lässt, durch die so viele neugierig Suchende wie Zachäus auf Distanz gehalten werden ? Wenn suchende Menschen mit abgeschlossenen Antworten konfrontiert werden, mit Schlagworten, die fromm, oft aber auch agitatorisch nach Phrasen klingen, dann machen sie meist gleich wieder dicht. Es ist nicht gut und hat mit einem lebendigen Glauben wohl auch wenig zu tun, wenn wir als Christen so tun, als wären all die Fragen nach dem Woher? Wohin? Warum? für uns schon endgültig gelöst. Glauben hat es immer mit einem Geheimnis zu tun, das man nicht wie irgendein anderes Problem ein für allemal lösen kann. Er entlässt uns also niemals aus dem Prozess des  Suchens nach einer unerschöpflichen Tiefe. Und wer für sich selbst um Antworten ringt, der wird den nicht übersehen, der da aus der Distanz Ausschau hält nach einem, der auf seine Fragen eingeht. Der wird Respekt vor diesem haben. Und das wird auch an der Art und Weise ersichtlich, wie er auf einen von den vielen Zachäus-Menschen eingeht. Aber auch an der Sprache, die er dabei wählt.

Jesus ist uns auch darin in unserer Geschichte ein unerreichtes Vorbild. Er spricht Zachäus mit Namen an. Das bedeutet wohl, dass er etwas von seinem Leben weiß, auch von dem, was da lieber verborgen gehalten wird. Und er sucht die Nähe zu dem Entfernten, worüber sich die, für die alles ideologisch geklärt ist, entsetzen. Es wäre Stoff für weitere Predigten, darüber nachzudenken, wie Jesus mit der Schuld eines Menschen umgeht, wie er durch seine bedingungslose Zuwendung einen echten Neuanfang ermöglicht.

Es würde sich dann zeigen, dass die Zachäus-Geschichte gleichsam ein “Evangelium im Kleinen” ist,  in welchem die Botschaft Jesu kurz zusammengefasst ist, nämlich die “verlorenen Schafe“ aufzufinden, aufzunehmen, ihnen zur Umkehr und Heilung zu verhelfen.

Mir schien es, als ich mein Bild malte, wichtig zu sein, darauf hinzuweisen, dass wir als Christen die Menschen wieder entdecken müssen, die sich - aus welchen Gründen auch immer - in Distanz zur Kirche halten, Menschen, denen aber dennoch bewusst ist, dass sich in ihrem Leben etwas ändern muss. Dass wir versuchen, uns Ihnen einfühlsam und geduldig mit fragend zuzuwenden.

Ohne Zweifel: Es gibt in unserer Welt viele soziale Not. Ich glaube, dass wir als Christen die Solidarität mit den Armen, Schwachen, Behinderten, Vertriebenen usw. als nicht wegzudenkende Form unseres Zeugnisses erkannt haben. Nicht so eindeutig haben wir aber die oft äußerlich gar nicht so armen, dennoch aber mit ihren inneren Nöten am Rande stehenden Zachäus-Gestalten im Blick. Ich bin überzeugt, dass die Zukunft unserer Kirche und Gesellschaft in höherem Maße, als wir bereit sind zuzugeben,  davon abhängt, ob wir solche Menschen erreichen werden oder nicht. 

Fahrdienst

Gemeindeglieder, die gern am Gottesdienst oder anderen Veranstaltungen teilnehmen möchten, den Weg von ihrer Wohnung zur Kirche in Bannewitz, Kleinnaundorf oder auch Leubnitz aus eigenen Kräften nicht mehr schaffen oder sich im Winter nicht zutrauen, haben die Möglichkeit, den neu eingerichteten Fahrdienst zu nutzen.

Bitte melden Sie sich an dienstags in der Zeit von 13:00  bis 16:00 Uhr im Pfarramt, Telefon (0351) 4030201.

Rudolf Drabek und das Fahrteam